High-Reliability-Organizing (HRO): Best Practice Beispiel TOYOTA

Beim japanischen Automobilkonzern Toyota ist man bestrebt, die Adaptivität des Personals zu entwickeln. Management bedeutet dort „das systematische Anstreben erwünschter Zustände durch den konzentrierten Einsatz menschlicher Fähigkeiten. Das Ziel ist eigentlich ein Weg: nämlich kontinuierliche Verbesserung und Adaption. „Die Fähigkeit, sich durch unklares und unvorhersehbares Terrain in Richtung eines gewünschten Zustands zu bewegen, indem man sensibel für aktuelle Verhältnisse am Ort des Gesehens ist und entsprechend darauf reagiert“. Die drei antizipativen HRO-Prinzipien unterstützen genau diesen Anspruch.

Toyota grenzt sich bewusst von dem Wort „Implementierung“ ab. Diese suggeriere, dass Lösungen für den Weg vom Ausgangspunkt zum Ziel bereits bestünden. Dies sei aber nicht so, daher unterscheidet man zwischen Problemlösung versus Implementierung. Bei Toyota liegt die wahre Sicherheit und Zuversicht eben nicht in Implementierungsschritten, sondern im Verständnis für Methode und Logik, wie man den Weg durch die Grauzone zwischen Start und Ziel meistert.

„Wenn wir nämlich glauben, dass der Weg nach vorne bestimmt und klar ist, tendieren wir dazu, einen vorgefassten Implementierungsplan blind auszuführen, statt sensibel für das zu sein, was während des Weges auftaucht, daraus zu lernen und angemessen zu reagieren. Und so erreichen wir trotz bester Absichten nicht das gewünschte Ziel.“

Auch hier zeigt sich gelebte Praxis in der Vermeidung zu den unter High-Reliability-Organizing (HRO) angeführten Vorinterpretationen bzw. Reaktionsmuster aufgrund vorgegebener Erwartungshaltungen. Toyotas Ziel ist es nicht, als erste über eine imaginäre Ziellinie zu gehen, sondern „die Fähigkeit der Organisation zu stärken, sie zu entwickeln, sie stetig zu verbessern, zu adaptieren und dynamische Kundenanforderungen zu befriedigen.“ Aus deren Sicht stellt diese Fähigkeit der schrittweisen Evolution bzw. Verbesserung die nachhaltige Konkurrenzfähigkeit und das Überleben des Unternehmens sicher.

Quelle: Rother, Mike, „Die Kata des Weltmarktführers – Toyotas Erfolgsmethoden“, (2013), Campus Verlag GmbH, Frankfurt/Rhein, ISBN 978-3-593-39937-9